Man bereitet aktuell ein Interview exklusiv für die Hörspiellobby vor, in dem neben
Gülzow und Schreivogel auch der Sprecher von Dorian Hunter zu Wort kommen
wird.
Hier aber ein weiteres Interview mit Suza Gülzow und Sven Schreivogel:
# Sven Schreivogel (Geschäftsführer von Nocturna Audio) und Susa Gülzow (Skriptautorin der DORIAN HUNTER-Hörspiele)
Unter den Hörspielfans hat es sich wie ein Lauffeuer verbreitet: Im Sommer erscheinen die ersten drei Hörspielfolgen von DORIAN HUNTER. Das folgende Interview erschien in der März-Ausgabe des Zaubermond-Lesermagazins MYSTERYPRESS.
Sven, die Hörspielfans warten gespannt darauf, dass Ihr endlich die Besetzung für DORIAN HUNTER bekannt gebt. Wäre jetzt nicht die passende Gelegenheit dafür?
Sven Schreivogel: (lacht) Nein, und wir von Nocturna Audio haben durchaus unsere Gründe dafür. Aber Du bist nicht der erste, der danach fragt. In einschlägigen Internetforen diskutieren die Fans bereits über die mögliche Besetzung, und wir beobachten das mit großem Interesse.
Du sprichst von Gründen – warum also verratet ihr die Namen der Sprecher nicht?
Schreivogel: Nimm einfach mal an, dass sich der Sprecher der Hauptrolle am Tag vor den Aufnahmen eine Grippe einfängt. Das klingt banal, aber wir arbeiten nun mal mit Menschen zusammen. Dann müssten wir auf die Zweitbesetzung zurückgreifen – die gibt es zur Sicherheit immer. Wir würden allein durch den Namen eines Sprechers Erwartungen wecken, die wir durch einen unerwarteten Zufall nicht erfüllen könnten.
Gülzow: Verraten können wir zumindest, dass wir die in den Internetforen genannten Sprecher nicht verpflichtet haben. Aber die Rollen von Coco Zamis und verschiedenen Episodenfiguren sind hochkarätig besetzt. Und die Hörspielgemeinde wird überrascht sein, wer den Dorian Hunter spricht.
Wie kam es überhaupt zu der Neuauflage von »Dorian Hunter«?
Schreivogel: Die Idee entstand im Gespräch mit Miriam Hofheinz vom Pabel-Moewig-Verlag, unserem Lizenzgeber für »Kommissar X«. Wir überlegten, ob auch eine Zusammenarbeit bei einem weiteren Projekt möglich wäre. So kamen wir dann auf den »Dämonenkiller«. Unser Partner für die Produktion ist aber der Zaubermond-Verlag.
Gülzow: Wer die Leipziger Buchmesse im März besucht, sollte sich den Stand von Pabel-Moewig auch nicht entgehen lassen. Dort werden nämlich Promo-CDs von Dorian Hunter verteilt, auf denen ein Ausschnitt von Folge 1 zu hören ist.
Da habt ihr aber nicht mehr viel Zeit ...
Gülzow: Wenn diese Ausgabe der MysteryPress erscheint, ist die erste Folge sogar komplett fertig (Die Aufnahmen fanden Anfang Februar in den Studios der Hamburger Synchron statt, Anm. d. Red.). Im April stehen dann die Aufnahmen für die Folgen 2 und 3 an.
Europa hat seine alten »Dämonenkiller«-Folgen aus den 1980er-Jahren erst vor ein paar Jahren selbst neu aufgelegt. Ist DORIAN HUNTER da nicht ein alter Hut?
Schreivogel: Das denke ich nicht, denn mit den alten Europa-Hörspielen hat unsere Produktion nichts zu tun. Beispielsweise wurden die Heftvorlagen von Europa für die Hörspielfassungen stark gekürzt, was bei den meisten Fans der Romane nicht so gut ankam. Und auch die Besetzung passte nicht zu den Beschreibungen in den gedruckten Geschichten – in erster Linie waren die Stimmen zu alt. Jetzt halten wir uns so nah wie möglich an die Romanvorlagen. Übrigens habe ich die Serie durch die »Europa«-Hörspiele überhaupt erst kennengelernt.
Susa, Du schreibst die Drehbücher für die Serie komplett neu. Gibt es – außer, dass du dich mehr an die Romanvorlagen hälst – wesentliche Unterschiede zu den Europa-Produktionen?
Gülzow: Klar. Ich denke, die Umsetzung ist zuerst einmal zeitgemäßer – sowohl sprachlich als auch, was das Sound-Design anbelangt, das von Michael Berg eigens für die Hörspielserie kreiert wird. Außerdem wird Dorian durch die neuen Dialoge noch ein bisschen kerniger. Dass seine Figur das nötig hatte, darin waren wir uns mit dem Zaubermond-Verlag einig.
Schreivogel: Es werden sogar völlig neue Handlungselemente nach vorhandenen Skizzen von Neal Davenport aufgenommen. Lange Zeit nach Einstellung der »Dämonenkiller«-Heftreihe hatte er einen Coco-Zamis-Roman begonnen, der bislang nur als Fragment existiert. Darin wird beispielsweise die Zeugung von Dorians acht dämonischen Brüdern beschrieben. Solche Dinge arbeitet Susa in die Drehbücher ein. Was ich damit sagen will: Auch eingefleischte Fans werden Neues über Dorian erfahren.
Susa, wie gehst Du überhaupt an eine Romanvorlage heran, wenn Du ein Hörspiel daraus machen sollst?
Gülzow: Na ja, als erstes lese ich natürlich das Buch, wobei ich schon während des Lesens so meine Vorstellungen habe, welche Szene sich für ein Hörspiel besonders gut umsetzen lässt und welche eher nicht so geeignet ist – oder nur in stark modifizierter Form. Es sind ja zwei völlig verschiedene Medien, und das Original zu übertragen, ist nicht immer so ganz einfach – aber absolut spannend. Ich höre praktisch beim Lesen schon, wie die Szene später klingen soll (lacht). Und das setze ich dann um.
Die Zusammenarbeit zwischen Euch dauert jetzt schon fast fünf Jahre. Wie habt Ihr Euch eigentlich kennen gelernt?
Schreivogel: Wir haben uns das erste Mal während einer Produktion in einem Hamburger Studio getroffen. Als ich dann meine Firma gründete, wollte ich hauptsächlich Produzent sein. Andere Branchenneulinge machen dagegen vom Drehbuch bis zur Regie alles selbst – das ist nicht immer von Erfolg gekrönt. Weil die Chemie zwischen Susa und mir einfach stimmte, habe ich sie dann schon bei der ersten Produktion (»Die 1000 Augen des Dr. Mabuse«, Anm. d. Red.) als Regisseurin mit ins Boot geholt.
Gülzow: Und als Text-Futzi ... (lacht) Ja, Sven hat Recht. Bei uns stimmte die Chemie von Anfang an, und ich arbeite nach wie vor unheimlich gern mit ihm zusammen, weil er einfach ein toller Produzent ist – und ein ganz netter noch dazu. Bin ich jetzt gefeuert?
Schreivogel: Und wer führt dann Regie bei Dorian Hunter? (lacht)
Weitere Informationen zu den DORIAN HUNTER-Hörspielen gibt es unter
www.nocturna-audio.de. Vorbestellungen und Abonnements sind möglich über
www.zaubermond.de.
Mit freundlicher Genehmigung von
Martin Schülbe