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Danny

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Mittwoch, 13. Dezember 2006, 15:34

Exklusives Interview mit Sven Schreivogel

»Als Profi muss man alles können«

Hörspielproduzent Sven Schreivogel spricht im Interview über seine neuesten Projekte



Interview und Fotos von Martin Schülbe


Mit »Dr. Mabuse«, »Das magische Amulett« und »Kommissar X« sorgte Sven Schreivogel als Nachwuchsproduzent in der Hörspielszene für frischen Wind. Jetzt wartet man gespannt auf die neueste Produktion seiner Firma Nocturna Audio: »Dorian Hunter«, ein Remake der Dämonenkiller-Reihe aus den 1980er-Jahren. Die drei ersten Folgen sollen im Sommer erscheinen, eine Kostprobe wird aber schon auf der Leipziger Buchmesse im März zu hören sein. Vorbestellungen und Abonnements sind bereits jetzt beim Zaubermond-Verlag möglich.

Im Interview spricht Sven Schreivogel nicht nur über die Dorian-Hunter-Reihe, sondern auch über die Neuauflage der Ron-Kelly-Hörspiele und wie er Hörspielproduzent wurde.

Sven, die Hörspielszene wartet derzeit gespannt auf Euer Remake der Dorian-Hunter-Reihe. Schon Europa hatte sich Mitte der 1980er-Jahre daran versucht, aber nur mit mittelmäßigem Erfolg. Was wollt Ihr besser machen?

Sven Schreivogel: Mal eines vorweg: Ich fand die alten Europa-Produktionen gar nicht so schlecht und bin durch sie auch überhaupt erst an die Romane herangeführt worden. Die Hörspielversionen des Dämonenkillers waren aber stark gekürzt, was bei eingefleischten Fans der Romane sicher nicht so gut ankam. Außerdem passte die Besetzung nicht zu den Beschreibungen in den gedruckten Geschichten – vor allem, was das Alter der Stimmen anging. Wir wollen uns jetzt ganz einfach so nah wie möglich an den Buchvorlagen orientieren.

Wie eng arbeitet Ihr dabei mit dem Verlag zusammen?

Schreivogel: Die Zusammenarbeit ist sehr gut! Dennis Ehrhardt, Geschäftsführer des Zaubermond-Verlags und Lektor der Buchreihe, ist in die gesamte Hörspielproduktion eingebunden. Niemand kennt die Dorian-Hunter-Figur besser als er und kann uns beispielsweise in Fragen der Besetzung helfen. Außerdem entwickelt sich Dorian Hunter auch im Verlauf der Serie, da hat Dennis einfach den besseren Überblick.

Wer spricht denn nun die Rolle des Dorian Hunter?

Schreivogel: Den Namen der endgültigen Besetzung kann ich noch nicht verraten, weil sie noch gar nicht feststeht. Wir müssen uns noch zwischen zwei Hamburger Synchronsprechern entscheiden. In erster Linie werden auch die übrigen Rollen mit Sprechern aus der Hansestadt besetzt, außerdem planen wir im Verlauf der Reihe Gastauftritte von Prominenten.

Wie setzt sich das übrige Team zusammen?

Schreivogel: Außer mir als Produzent ist auch unsere Stammregisseurin Susa Gülzow wieder mit dabei. Sie arbeitet gerade an den Drehbüchern für die ersten drei Folgen. Für das Sound-Design konnten wir Michael Berg gewinnen, der auch die Musik für »Die Dr3i« geschrieben hat. Die Aufnahmen werden wir wieder bei der Hamburger Synchron machen.

Hörspielfans kennen Nocturna Audio bislang ja nur mit Produktionen wie »Das magische Amulett« und »Kommissar X«, die eher einfach gehalten sind. Böse Zungen behaupten, dass Ihr Euch mit der Dorian-Hunter-Reihe vielleicht etwas übernehmt ...

Schreivogel: Man muss dazu sagen, dass »Das magische Amulett« und »Kommissar X« zwar als Hörspiele beworben wurden, aber vielmehr inszenierte Lesungen, also eigentlich Hörbücher waren. Wir haben sie lediglich mit einigen Spielszenen aufgelockert. Dass wir jetzt eine aufwändigere Produktion machen, passt eigentlich genau in unser Konzept: Mit Nocturna Audio haben wir uns nicht auf ein Genre wie beispielsweise Krimi festgelegt, sondern veröffentlichen Produktionen sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene. Als Profi muss man alles können.

Das ist ein gutes Stichwort: Mit der Neuauflage von »Ron Kelly« bietet Ihr einen starken Kontrast zur Dorian-Hunter-Reihe ...

Schreivogel: Ja, das stimmt. Das eine schließt das andere wie gesagt nicht aus. Die Ron-Kelly-Reihe ist vor allem für Fans des Autors Dan Shocker interessant und hat durchaus ihre Berechtigung – ebenso wie ambitionierte Amateurproduktionen.

Ihr habt die alten Bänder für die Neuauflage digital überarbeitet. Wurden dabei auch andere Korrekturen vorgenommen?

Schreivogel: Nein, an den Dialogen und der Musik haben wir nichts verändert. Dafür haben wir den Klang so gut es möglich war verbessert und tauglich für eine CD-Veröffentlichung gemacht. Neu sind auch die Cover, die der Münchner Graphiker Mark Freier gestaltet hat.

Hattet Ihr im Zuge der Neubearbeitung auch Kontakt mit dem Wiesbadener Hörspielmacher R. Leubner, der ja als Ed Wood des deutschen Hörspiels gilt?

Schreivogel: Ed Wood? (lacht) Nein, hatten wir leider nicht und ehrlich gesagt weiß auch keiner von uns, was Leubner gerade macht oder wo er steckt. Die Originalbänder haben wir aus dem Privatarchiv von Dan Shocker bekommen. Es war eine gemeinsame Idee von Shocker und uns, die Hörspiele für Fans auf CD zu veröffentlichen. Weitere Veröffentlichungen von Leubner-Produktionen sind aber nicht geplant, um Gerüchten mal vorzubeugen.

Sven, zum Abschluss mal eine persönliche Frage: Wie bist Du überhaupt zum Hörspiel gekommen?

Schreivogel: Wie viele aus der jüngeren Produzentengeneration: als Fan. 2002 habe ich als Produktionsleiter in den Hamburger Graceland Studios von Konrad Halver angefangen. Dort habe ich dann auch Susa Gülzow kennen gelernt. Nach meiner Hamburger Zeit habe ich schließlich meine eigene Firma – Nocturna Audio – gegründet. Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen. Das ist ein Privileg. Und dafür bin ich dankbar.

Weitere Informationen:
www.nocturna-audio.de

schnuff

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Freitag, 15. Dezember 2006, 14:42

klasse interview. Da bin ich ja mal gespannt wie das wird nächstes Jahr :D

G. Walt

Zauberspiegel-Redakteur

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Sonntag, 31. Dezember 2006, 13:20

Wirklich - cih freue mich wahnsinnig auf Dorian Hunter!







Danny

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Montag, 26. Februar 2007, 14:57

Man bereitet aktuell ein Interview exklusiv für die Hörspiellobby vor, in dem neben
Gülzow und Schreivogel auch der Sprecher von Dorian Hunter zu Wort kommen
wird.

Hier aber ein weiteres Interview mit Suza Gülzow und Sven Schreivogel:

# Sven Schreivogel (Geschäftsführer von Nocturna Audio) und Susa Gülzow (Skriptautorin der DORIAN HUNTER-Hörspiele)

Unter den Hörspielfans hat es sich wie ein Lauffeuer verbreitet: Im Sommer erscheinen die ersten drei Hörspielfolgen von DORIAN HUNTER. Das folgende Interview erschien in der März-Ausgabe des Zaubermond-Lesermagazins MYSTERYPRESS.

Sven, die Hörspielfans warten gespannt darauf, dass Ihr endlich die Besetzung für DORIAN HUNTER bekannt gebt. Wäre jetzt nicht die passende Gelegenheit dafür?

Sven Schreivogel: (lacht) Nein, und wir von Nocturna Audio haben durchaus unsere Gründe dafür. Aber Du bist nicht der erste, der danach fragt. In einschlägigen Internetforen diskutieren die Fans bereits über die mögliche Besetzung, und wir beobachten das mit großem Interesse.

Du sprichst von Gründen – warum also verratet ihr die Namen der Sprecher nicht?

Schreivogel: Nimm einfach mal an, dass sich der Sprecher der Hauptrolle am Tag vor den Aufnahmen eine Grippe einfängt. Das klingt banal, aber wir arbeiten nun mal mit Menschen zusammen. Dann müssten wir auf die Zweitbesetzung zurückgreifen – die gibt es zur Sicherheit immer. Wir würden allein durch den Namen eines Sprechers Erwartungen wecken, die wir durch einen unerwarteten Zufall nicht erfüllen könnten.

Gülzow: Verraten können wir zumindest, dass wir die in den Internetforen genannten Sprecher nicht verpflichtet haben. Aber die Rollen von Coco Zamis und verschiedenen Episodenfiguren sind hochkarätig besetzt. Und die Hörspielgemeinde wird überrascht sein, wer den Dorian Hunter spricht.

Wie kam es überhaupt zu der Neuauflage von »Dorian Hunter«?

Schreivogel: Die Idee entstand im Gespräch mit Miriam Hofheinz vom Pabel-Moewig-Verlag, unserem Lizenzgeber für »Kommissar X«. Wir überlegten, ob auch eine Zusammenarbeit bei einem weiteren Projekt möglich wäre. So kamen wir dann auf den »Dämonenkiller«. Unser Partner für die Produktion ist aber der Zaubermond-Verlag.

Gülzow: Wer die Leipziger Buchmesse im März besucht, sollte sich den Stand von Pabel-Moewig auch nicht entgehen lassen. Dort werden nämlich Promo-CDs von Dorian Hunter verteilt, auf denen ein Ausschnitt von Folge 1 zu hören ist.

Da habt ihr aber nicht mehr viel Zeit ...

Gülzow: Wenn diese Ausgabe der MysteryPress erscheint, ist die erste Folge sogar komplett fertig (Die Aufnahmen fanden Anfang Februar in den Studios der Hamburger Synchron statt, Anm. d. Red.). Im April stehen dann die Aufnahmen für die Folgen 2 und 3 an.

Europa hat seine alten »Dämonenkiller«-Folgen aus den 1980er-Jahren erst vor ein paar Jahren selbst neu aufgelegt. Ist DORIAN HUNTER da nicht ein alter Hut?

Schreivogel: Das denke ich nicht, denn mit den alten Europa-Hörspielen hat unsere Produktion nichts zu tun. Beispielsweise wurden die Heftvorlagen von Europa für die Hörspielfassungen stark gekürzt, was bei den meisten Fans der Romane nicht so gut ankam. Und auch die Besetzung passte nicht zu den Beschreibungen in den gedruckten Geschichten – in erster Linie waren die Stimmen zu alt. Jetzt halten wir uns so nah wie möglich an die Romanvorlagen. Übrigens habe ich die Serie durch die »Europa«-Hörspiele überhaupt erst kennengelernt.

Susa, Du schreibst die Drehbücher für die Serie komplett neu. Gibt es – außer, dass du dich mehr an die Romanvorlagen hälst – wesentliche Unterschiede zu den Europa-Produktionen?

Gülzow: Klar. Ich denke, die Umsetzung ist zuerst einmal zeitgemäßer – sowohl sprachlich als auch, was das Sound-Design anbelangt, das von Michael Berg eigens für die Hörspielserie kreiert wird. Außerdem wird Dorian durch die neuen Dialoge noch ein bisschen kerniger. Dass seine Figur das nötig hatte, darin waren wir uns mit dem Zaubermond-Verlag einig.

Schreivogel: Es werden sogar völlig neue Handlungselemente nach vorhandenen Skizzen von Neal Davenport aufgenommen. Lange Zeit nach Einstellung der »Dämonenkiller«-Heftreihe hatte er einen Coco-Zamis-Roman begonnen, der bislang nur als Fragment existiert. Darin wird beispielsweise die Zeugung von Dorians acht dämonischen Brüdern beschrieben. Solche Dinge arbeitet Susa in die Drehbücher ein. Was ich damit sagen will: Auch eingefleischte Fans werden Neues über Dorian erfahren.

Susa, wie gehst Du überhaupt an eine Romanvorlage heran, wenn Du ein Hörspiel daraus machen sollst?

Gülzow: Na ja, als erstes lese ich natürlich das Buch, wobei ich schon während des Lesens so meine Vorstellungen habe, welche Szene sich für ein Hörspiel besonders gut umsetzen lässt und welche eher nicht so geeignet ist – oder nur in stark modifizierter Form. Es sind ja zwei völlig verschiedene Medien, und das Original zu übertragen, ist nicht immer so ganz einfach – aber absolut spannend. Ich höre praktisch beim Lesen schon, wie die Szene später klingen soll (lacht). Und das setze ich dann um.

Die Zusammenarbeit zwischen Euch dauert jetzt schon fast fünf Jahre. Wie habt Ihr Euch eigentlich kennen gelernt?

Schreivogel: Wir haben uns das erste Mal während einer Produktion in einem Hamburger Studio getroffen. Als ich dann meine Firma gründete, wollte ich hauptsächlich Produzent sein. Andere Branchenneulinge machen dagegen vom Drehbuch bis zur Regie alles selbst – das ist nicht immer von Erfolg gekrönt. Weil die Chemie zwischen Susa und mir einfach stimmte, habe ich sie dann schon bei der ersten Produktion (»Die 1000 Augen des Dr. Mabuse«, Anm. d. Red.) als Regisseurin mit ins Boot geholt.

Gülzow: Und als Text-Futzi ... (lacht) Ja, Sven hat Recht. Bei uns stimmte die Chemie von Anfang an, und ich arbeite nach wie vor unheimlich gern mit ihm zusammen, weil er einfach ein toller Produzent ist – und ein ganz netter noch dazu. Bin ich jetzt gefeuert?

Schreivogel: Und wer führt dann Regie bei Dorian Hunter? (lacht)

Weitere Informationen zu den DORIAN HUNTER-Hörspielen gibt es unter www.nocturna-audio.de. Vorbestellungen und Abonnements sind möglich über www.zaubermond.de.

Mit freundlicher Genehmigung von Martin Schülbe
Liebe Grüße,

Danny

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